Jun. Prof. Dr. Matthias Schott

Lichtenberg Professor bei ETAP Gruppe (Experimentelle Teilchen- und Astroteilchen Physik)

Matthias Schott ist Lichtenberg-Professor für experimentelle Teilchenphysik am JGU-Institut Physik. Derzeit teilt er seine Zeit zwischen Genf und Mainz auf, weil er die Standard-Modellphysikgruppe des ATLAS-Projekts koordiniert, die am CERN in der Schweiz forscht.

Matthias Schott ist in diesen Tagen kaum persönlich zu erreichen, es sei denn, seine Studenten auf dem JGU-Campus brauchen ihn oder er hält eine Vorlesung. Alle anderen Arbeitszeiten seines Tages fließen derzeit in die Koordination der Standard-Modellgruppe des ATLAS-Experiments am CERN in Genf. "Dies ist ein einmaliges Projekt und ich bin dankbar, dass ich seit meiner Zeit als Doktorand dabei bin", erklärt Schott via Skype, das Medium, das es Wissenschaftlern heute ermöglicht, sich weltweit zu vernetzen. Einfach ein Teil davon zu sein, klingt wie eine leichte Untertreibung. "Nun, um es einfach zu sagen. Sie wissen, wie das 'normale' Projektmanagement in der Forschung aussieht", verdeutlicht Schott. "Man kann sich einfach vorstellen, dass dies ein wirklich großes Projekt mit fast 3.000 Wissenschaftlern ist, die an der Entwicklung und dem Betrieb dieses Detektors arbeiten – und dann alle Daten analysieren, um zu verstehen, was kurz nach dem Urknall passiert ist. Derzeit helfe ich dabei, die Arbeit von Physikern aus der ganzen Welt zu koordinieren, die das sogenannte Standardmodell der Teilchenphysik auf höchste Präzision testen möchten."

Auslandsaufenthalte, Fremdsprachen und internationale Netzwerke

Die Verwaltung großer Projekte ist etwas, worin heute alle Wissenschaftler als Experten bezeichnet werden. Kaum ein Forschungsprojekt findet heute ohne internationale Kooperationspartner statt. Dies bietet auch einzigartige Chancen für Physikstudenten, ins Ausland zu gehen, Fremdsprachen zu lernen und ihr internationales Netzwerk von Kollegen mit gemeinsamen Forschungsinteressen zu erweitern. Was ihn auch zu einem bevorzugten Kandidaten für diese Aufgabe gemacht hat, ist seine vielfältige Berufskompetenz. Neben seinem Studium war er auch in der Unternehmensberatung in der Industrie tätig.

“Es ist faszinierend, Teil einer riesigen Gruppe von Physikern auf der ganzen Welt zu sein, die alle an den grundlegendsten Fragen des Universums arbeiten.”

Ausgezeichnete Führung und Teamgeist

Auf die Frage, wie seine Management-Expertise und seine aktuellen Herausforderungen zusammenpassen, bestreitet er. "Das ist unglaublich hier. Sie können dies nirgendwo lernen, bis Sie es tun. Selbst als fortgeschrittener Wissenschaftler mit so vielen Forschungsprojekten ist es wirklich eine Herausforderung, für die reibungslose Organisation eines solchen Projekts verantwortlich zu sein." Das scheint auch für seine Mainzer Studenten zu gelten, die beim Bau eines neuen Detektors helfen, ein Teil für den neuen Detektor am CERN. Eine Gruppe von mehr als 10 Master- und Doktoranden arbeitet mit Schott auf dem Mainzer Campus. 2014 gewann die Gruppe sogar den JGU Team Award für herausragende Führung und Zusammenarbeit. Auf die Frage nach ihrer Motivation, viele Stunden Arbeit zu investieren, klingt ihre Antwort ähnlich wie die ihres Professors: "Es ist faszinierend, Teil einer riesigen Gruppe von Physikern auf der ganzen Welt zu sein, die alle an den grundlegendsten Fragen des Universums arbeiten", sagt Friedemann Neuhaus, einer der Masterstudenten der Gruppe.

Beantworten grundlegender Fragen mit erstklassiger Technologie

Die grundlegenden Fragen, über die Neuhaus spricht, sind die, die Wissenschaftler, Theologen und fast jeder Mensch auf der Erde irgendwann in ihrem Leben gestellt haben. "Wie wurde das Universum erschaffen? Woraus besteht es? Wie funktioniert es?", zählt Neuhaus auf. Der einzigartige Vorteil, diese Fragen als Teil der Physik-Community an der JGU zu stellen, ist die Technologie, die die Forscher verwenden, um das Rätsel der Schöpfung des Universums zu lösen. Oder man sollte lieber sagen – sie bauen die Technologie selbst. "Wir setzen modernste Technik ein: spezielle Detektoren und Ausleseelektronik, um die experimentellen Ereignisse aufzuzeichnen, sowie die neuesten Rechenzentren, um riesige Datenmengen zu speichern und zu analysieren", erklärt Neuhaus. Die Komplexität und der Umfang des Projekts erfordern Experten aus vielen verschiedenen Bereichen, um sich beispielsweise an der Entwicklung von Detektoren, der Datenerfassung und der Analyse zu beteiligen." Jeder Einzelne wird gebraucht, um den Erfolg des Projekts sicherzustellen", schließt Neuhaus ab, "und wir alle haben die Möglichkeit, einen Beitrag zu leisten, aber auch viel von den anderen zu lernen."

Unendlich viele spannende Forschungsprojekte

Das einzige Problem bei einer so wunderbaren Gelegenheit scheint zu sein, dass kaum etwas eine solche einmalige Chance danach übertreffen kann. Matthias Schott macht sich darüber keine Sorgen. Es besteht wenig Gefahr, dass er sich jemals langweilt. Er scheint noch viele weitere interessante Projekte auf seiner Agenda zu haben. Und wie er zugibt: "Ich liebe, was ich hier am CERN mache, aber ich hätte nichts dagegen, irgendwann in der Zukunft etwas weniger zu arbeiten." Wenn man die herausragende Energie- und Forschungsfaszination beobachtet, die er an seine Studenten und Kollegen im Labor weitergibt, bezweifelt man in der Tat, dass es jemals ein Ende des Innovationsflusses in der Forschung in dieser Gruppe geben wird.

Webseite über Lichtenberg-Professur: https://www.volkswagenstiftung.de/nc/en/lichtenberg-professorships.html Mehr über Matthias Schott auf seiner persönlichen Homepage: https://www.lichtenberg.physik.uni-mainz.de/

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